Warum kommt mein Kind nicht vom Handy weg?
Ein Handy ist heute nicht mehr einfach nur ein Gerät von dem man unterwegs aus anrufen kann. Mittlerweile reden wir hier von einem hochtechnischen Gerät dessen Funktion nahezu endlos sind. In diesem Beitrag schauen wir uns nacheinander an warum diese eigentlich nützlichen Alltagsgegenstände so ein große Problem sind.
Ein Multifunktionswerkzeug
Die Zeiten in den man ein Handy nur dafür nutze um eine SMS zu schreiben oder jemanden anzurufen sind schon ein paar Jahre vorbei. Viel mehr ist das Gerät heute ein Multifunktionswerkzeug mit dem man unendlich viel machen kann. Social Media war vor ein paar Jahren noch stationär an einen PC gebunden, heute ist es standartmäßig auf den Handy installiert. Spiele werden Teilweise für Handy und Konsole gleichzeitig angeboten. Und Flatrates haben teilweise so viel GB an Internet das Filme auch bequem für kleines Geld von unterwegs aus geschaut werden können. Auch die Neuigkeiten welche einen Interessieren sei es Politik, Spiele, Trends, Klatsch und Tratsch ist alles auf dem Gerät verfügbar.

Konsolenersatz
Im Jahr 2024 erzielten in Deutschland Mobilgames 2,9 Mrd. Euro Umsatz, Weltweit 93-114 Mrd. je nach Quelle. Davon kommen nahezu 100% durch die Appkäufe zustande. Um sich das mal vorzustellen, die großen Publisher wie Sony, Xbox, Steam und Nintendo haben im Jahr 2024 zusammen gerade mal 92Mrd. Umsatz erzielt. Steam davon 42 der Rest die Konsolen. Vorteil vom Handy ist auch das es nicht stationär ist. Man kann also überall spielen, wenn man irgendwo warten muss, an jedem Ort den man sich nur vorstellen kann. Dazu kommt dann das große Problem das es Spiele gibt welche mittlerweile sowohl auf den Handy als auch auf der Konsole oder dem PC angeboten werden. Ein Beispiel hierfür ist Genshin Impact.

Unterhaltungsprogramm
Wenn man mal keine Lust auf ein Spiel hat, gibt es ja auch immer noch die Option das man sich mit anderen Unterhaltungsmedien befassen kann wie Social Media. Sei es Youtube, Instagram, Facebook oder Tiktok. Die Videos sind schnell oft mal einfach gehalten und lassen sich überall ansehen. Alleine auch schon dadurch das Texte unten durch laufen und man mitlesen kann. Dadurch weis man worum es geht. Und mit Hilfe von Kopfhörern kann man sich hervorragend von der Außenwelt abkapseln. Nicht zu vergessen das Netflix, Amazone Prime und jegliche Streamingdienste für das Handy angeboten werden. Je nach Abo kann man sogar Folgen und Staffeln runter laden und diese im Offline Modus nutzen. Z.B. Bieten Crunchyroll (ein Anime Streamingdienst sowas für 10 Euro im Monat an). Der Grundgedanke ist da natürlich super, aber es erhöht auch wieder das Risiko sich außerhalb des Hauses mit solchen Dingen zu befassen.

Immer erreichbar
Durch unzählige Benachrichtigungen ist es heute nun mal so dass, das Handy gefühlt nicht eine Sekunde still steht. Neben dem das die üblichen Nachrichten von Whatsapp und anderen Plattformen regelrecht in die Leiste fliegen melden sich auch die erwähnten Spiel gerne mit Informationen über volle Energie, das man angriffen wird oder das ein Gebäude fertig ist. Das alles löst jedes mal aufs neue einen Reiz aus und bringt das Dopamin zum kochen. Sobald man dann an das Gerät geht und ein Video schaut findet man sich gut und gerne 30 Minuten später dabei wieder wie man viele Videos geschaut hat, „eben kurz“ die Ressourcen in dem Spiel abholen wollte und 2 neue Gebäude gebaut hat oder sich in einem flüssigen Gespräch in mehreren Whatsappchat befindet.

Fazit
Handys sind heutzutage keine einfachen Geräte mehr mit den man von unterwegs anrufen kann. Viel mehr sind sie ein ganze Tool-Packet an Funktionen die sie zu bieten haben. Zwar sind sie grundsätzlich sehr hilfreich aber durch die enorme Anzahl an Funktionen welche sie erfüllen bergen sie auch eine große und vor allem unterschätzte Gefahr für Sucht. Besonders bei Kindern und Jugendlichen.






